Charrièrre und Canova
Die Ausstellung Spiral Economy entwickelt sich als Dialog zwischen dem französisch-schweizerischen Künstler Julian Charrière (*Morges, 1987, lebt und arbeitet in Berlin) und Antonio Canova, durch die Räume des Museo Correr und enthüllt die Poesie der Materialität.
Charrière trifft auf die idealisierten Formen von Canova: der Marmor als Körper und Gespenst, Behälter von Schönheit und Zeuge einer tiefen Zeit. Das Material selbst steht im Mittelpunkt der Szene: jede Ritze, Maserung und geologische Textur trägt die Erinnerung an alte Meere und metamorphe Drucke in sich. Wo der Marmor von Canova die Erscheinung menschlicher Haut annimmt, evoziert Charrière eine andere Wahrheit: der Stein als lebendiger Körper, der keine menschliche Ähnlichkeit braucht, um zu existieren. Spiral Economy lädt die Besucher ein, über jeden Versuch nachzudenken, Zeit zu messen oder zu beherrschen und letztlich, sich in tiefere planetarische Zeiträume absorbieren zu lassen, in denen das Material selbst zum höchsten Hüter der Zeit wird. In den historischen Gallerien Canova des Museo Correr enthüllt die Ausstellung die strahlenden Körper von Canova, wo der Marmor als Avatar der Zeit auftaucht und die Spuren der langsamen Transformationen der Erde trägt.
Die Ausstellung ist vom 30. April bis 22. November 2026 nach den Öffnungszeiten und Zugangsmodalitäten des Museums zu besuchen.
Foto mit freundlicher Genehmigung von MUVE